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02.03.2010 -
Wirtschaft
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BMS plant neue TDI-Anlage im Weltmaßstab am Standort Dormagen

Bayer MaterialScience (BMS) will rd. 150 Mio. EUR in eine neue Produktionsanlage für TDI im Chempark Dormagen investieren. Die neue Anlage soll eine Kapazität von 300 kt/y haben und die bestehenden Anlagen in Dormagen und Brunsbüttel ersetzen. Hintergrund ist die europaweite Optimierung der Isocyanatproduktion des Unternehmens.

Im Dezember 2008 hatte BMS erstmals Pläne zur Errichtung einer neuen TDI-Produktionsanlage in Dormagen vorgestellt. Im April 2010 ist die zweite Phase des Projekts mit dem sogenannten Scoping-Termin geplant, zu dem die Bezirksregierung Köln als Genehmigungsbehörde einladen wird. Abhängig von der politischen Akzeptanz und den behördlichen Genehmigungen soll die Großanlage auf dem Gelände des Kohlekraftwerks entstehen, das abgerissen wird. Die neue TDI-Produktion soll nach derzeitiger Planung 2014 in Betrieb gehen. Dormagen soll dann der alleinige Standort für die Herstellung von TDI von BMS in Europa sein. In Brunsbüttel ist ein Ausbau der Produktion von Rohstoffen für Polyurethanhartschäume geplant.

Bei der Standortsuche für die TDI-Anlage hat sich der Chempark Dormagen in einem europaweiten Auswahlverfahren durchgesetzt – insbesondere wegen der Verfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten sowie der vorhandenen Infrastruktur. Aufgrund der deutlich höheren Produktionskapazität benötigt die geplante Anlage entsprechend größere Mengen an Rohstoffen. Während Chlor in Dormagen bereits in ausreichender Menge zur Verfügung steht, ist zur Deckung des erhöhten Bedarfs an Kohlenmonoxid der Bau eines neuen Reformers erforderlich. Auch hierfür sind die notwendigen Ausgangsstoffe in Dormagen vorhanden. Zudem kann der bei der Kohlenmonoxidproduktion als Nebenprodukt anfallende Wasserstoff am Standort direkt weiterverarbeitet werden.

Von der Prozessinnovation zur großtechnischen Produktion

In Dormagen wird TDI bereits seit 1964 produziert. In der neuen Anlage im Weltmaßstab soll eine innovative Verfahrenstechnologie eingesetzt werden, die sich seit sechs Jahren in einer Dormagener Pilotanlage bewährt hat. Die neue, patentierte TDI-Verfahrenstechnologie der geplanten Anlage setzt global neue Maßstäbe hinsichtlich Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit und Produktivität und erfüllt höchste Sicherheitsstandards, so heißt es. In Caojing nahe Shanghai, China, wird schon jetzt eine Großanlage nach diesem Muster erbaut, die Mitte 2011 den Betrieb aufnehmen soll.

„Gegenüber einer konventionellen Anlage gleicher Größe ermöglicht unser Verfahren Energieeinsparungen von bis zu 60 %. Zudem kommt die Technologie mit bis zu 80 % weniger Lösungsmittel aus. Dies trägt zu einer deutlich besseren Energie- und Umweltbilanz bei“, sagt Dieter Kuhne, Leiter der TDI-Produktion in Dormagen.



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